Vorlage - VO/20/17015/44  

 
 
Betreff: Umgestaltung und Neukonzeption document Keplerhaus
Fortschreibung des Maßnahmenbeschlusses vom 22.08.2019
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Berichterstatter/in:Kulturreferent Dersch
Federführend:Museen der Stadt Regensburg   
Beratungsfolge:
Ferienausschuss Entscheidung
25.08.2020 
Öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ferienausschusses ungeändert beschlossen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag

Sachverhalt: 

 

Am 22.08.2019 (VO/19/15753/44) beschloss der Ferienausschuss eine Neukonzeption und Umgestaltung der Dauerausstellung im document Keplerhaus mit einem Finanzvolumen von 1.630.000 Euro, eingestellt im Investitionsprogramm 2019 bis 2023. Eine detaillierte Grund­lagenermittlung und Bewertung der Planungsaufgabe mit den beauf­tragten Architekten und Fachplanern im ersten Halbjahr 2020 ergab neue Erkennt­nisse:

 

1. Bei Anwendung aktueller Museumsstandards, die wegen der in Aussicht gestellten Förder­mittel aus dem EFRE-Programm für Bayern 20142020 zwingend zu berücksichtigen sind, und in An­betracht des festgestellten Sanierungsbedarfs der Liegenschaft ist ein deutlich höherer Kosten­ansatz erforderlich.

 

2. Die Planungen des beauftragten Architekten zeigten einen Weg zur vollständigen barriere­freien Erschließung der gesamten Liegenschaft auf, die 2019 noch nicht darstellbar war, im Sinne des Gedankens der Inklusion jedoch eine wünschenswerte Zielvorgabe des Förder­gebers (s.o.) ist. Die historisch gewachsene und in Hanglage befindliche Liegenschaft stellt den Planungsprozess hinsichtlich Barrierefreiheit vor große Herausforderungen. Eine über alle Stockwerke (EG bis OG 3) führende Erschließung im Inneren des Ge­udes ist aus denkmalpflegerischer Sicht nicht möglich. Somit muss das EG separat aus nördlicher Richtung von der Keplerstraße und OG 13 separat von der Terrasse an der Süd­seite (ebenerdig zum Spielplatz Scheugässchen) her barrierefrei begehbar gemacht werden. Zwischen EG und der Terrasse anschließend an OG 1 ist wegen denkmalgeschützter Bau­substanz (Gewölbe im EG unterhalb der Terrasse) keine direkte Ver­bindung über einen Aufzug möglich. Infolgedessenssen die Nutzungen von EG und OG 13 voneinander getrennt betrachtet werden. Im EG werden Räumlichkeiten entstehen, die für Vorträge, Workshops, Museumspädagogik etc. genutzt werden. In OG 13 werden sich die Aus­stellungs­ume befinden. Die Erschließung von OG 13 erfordert an der Südseite einen Anbau mit vorge­setzter Fassade. Dieser wird vorbehaltlich der final einzuholenden Zu­stimmungen und Ge­nehmigungen eine Aufzugsanlage mit versetzten Zugängen auf den einzelnen Etagen enthalten und soll außerdem als zentraler Eingang mit Kasser das Museum dienen. Dem neu vorgeschlagenen Anbau kommt deshalb neben der Aufnahme technischer Ausstattung die Funktion zu, eine sichtbare Wirkung in den Stadt­raum hinein zu entfalten und dem Museum eine gesteigerte Wahrnehmbarkeit zu verleihen.

 

3. Aufgrund einer neuen Bewertung seitens des Brandschutzes ist eine Einbeziehung von OG 3, das bisher nicht zum Raumprogramm des Museums gehörte, möglich. Damit be­stehen gemäß der unter Punkt 2 geschilderten Nutzungstrennung die Ausstellungsräume nach der Sanierung ebenso wie vorher aus drei Etagen; hinzu kommt als neues Element der Raum im EG, der für Veranstaltungen kommunikativ genutzt werden kann. So gelingt eine optimierte Nutzung aller zur Verfügung stehenden Flächen der Liegenschaft im Sinne eines zeitgemäßen Museumsbetriebs. Die Umgestaltung von OG 3 für Museumszwecke verleiht zudem der dort laut mittlerweile vorliegendem Schadstoff­gutachten ohnehin erforderlichen Sanierung von Bauteilen mit Asbest einen nachhaltigen Mehrwert.

 

Zur Umsetzung dieses verbesserten und umfassenden Konzepts ist ein erhöhter Kosten­ansatz in Höhe von 3.000.000 Euro erforderlich. Die notwendigen Haushaltsmittel sind im Entwurf des Investitionsprogramms 2020 bis 2024 auf der Haushaltsstelle 1.3102.94502 eingestellt. Das Projekt wurde in die aktuelle EU-Förderperiode der EFRE-Förderung für die bayerischen nichtstaatlichen Museen aufge­nommen. Nach Aussage des Bayerischen Staats­ministeriums für Wissenschaft und Kunst kann von einer Förderung des Projekts in Höhe von maximal 1.000.000 Euro ausgegangen werden. Die Regierung der Oberpfalz hat signalisiert, dass in Ergänzung eine Förderung der Maßnahme als Einzelvorhaben im Bayerischen Städtebauförderungsprogramm möglich ist. Voraussetzung für eine Förderung ist die Verfügbarkeit von ausreichenden Programmmitteln. Ein entsprechender Zuwendungs­antrag wird in Abstimmung mit der Regierung der Oberpfalz kurzfristig gestellt.


 

Der Ferienausschuss beschließt:

 

Der Fortschreibung des Maßnahmenbeschlusses zum document Keplerhaus vom 22.08.2019 wird nach Maßgabe der Beschlussvorlage und im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel zugestimmt.